menschen auf balkon

Beheimatet sein, zu Hause sein - Wohnen - das ist ein elementares Bedürfnis des Menschen. Im Zelt, im Wohnwagen, in der Doppelhaushälfte oder im Loft, im Eigentum oder zur Miete - die Wohnform ist nicht nur der materiellen Notwendigkeit geschuldet, sondern immer auch Ausdruck der Identität einer Gruppe oder eines Individuums.

In Deutschland sind die meisten Menschen sesshaft. Davon wohnt die Mehrzahl in Mietwohnungen. Das Konzept drei Zimmer, Küche, Bad lässt jedoch wenig Spielraum für Experimente. Wo hört der Wohnraum eigentlich auf? Was ist mit den Nachbarn, der Straße, dem Flecka, dem Kiez, dem Stadtteil, der Neighbourhood, dem Quartier oder mit welchen identitätsbildenden lokalen Sprachen das eigene Lebens- und Wohnumfeld auch immer belegt wird?

Die Möglichkeit, diesen Lebensraum zu gestalten, ist für die meisten Menschen ein Bedürfnis. Die Idee, dies in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten zu tun, ist nicht neu. Genossenschaften, WGs, Kommunen oder Eigentümergemeinschaften - unkonventionelle Wohnformen gibt es viele - und mindestens so viele unterschiedliche Ausrichtungen und Ansätze. In Stuttgart gibt es bereits etablierte Projekte, wie die Schnapsfabrik im Heusteigviertel, die Nudelfabrik in Rohracker und das Genossenschaftsprojekt auf dem Burgholzhof. Darüber hinaus gibt es in Freiburg und Tübingen Projekte, die mit neuen innovativen Wohnformen und Ideen von sich reden machen.